Making of
“Typenkompass Aston Martin & Lagonda”

Die Idee für eine kompakte Modellübersicht Aston Martins hatte ich schon kurz nach der Veröffentlichung des ersten (“großen grünen”) Buches. Doch gewisse Dinge müssen reifen, weshalb acht Jahre vergingen, bis ich im Oktober 2007 beim Motorbuch-Verlag in Stuttgart den Autorenvertragen für den Titel „Aston Martin & Lagonda – Serienmodelle seit 1948“ in der Reihe „Typenkompass“ unterzeichnete.

Eines wollte ich bei diesem Projekt von vornherein vermeiden: Dass das neue Buch ein stark komprimierter Abklatsch des ersten wird. Schon deswegen hatte ich mich gleich zu Beginn entschlossen, so weit irgend möglich keine Abbildungen aus meinem ersten Buch für das zweite zu verwenden. Es sollte ein ergänzendes und damit eigenständiges Werk entstehen, bei dem ich – der besseren Qualität wegen – auch auf (neues) digitales Bildmaterial zurückgreifen wollte.  Mein Ehrgeiz  und meine Freude am Fotografieren verlangten, dieses auch überwiegend selbst zu produzieren, weshalb ich mich im Mai 2008 auf eine weitere Reise nach England begab. Dort machte ich bei Besuchen in Newport Pagnell (wohin viele Aston-Besitzer mit ihren Fahrzeugen zu einer Auktion anreisten), einer großartigen Aston-Sammlung in Privatbesitz und dem Concours d’Elegance des Aston Martin Owners Club auf Waddesdon Manor weit über 1500 Aufnahmen.

Zudem assistierte ich Mitte Juni 2008 dem Fotografen meiner (ersten) Titelgeschichte für die Zeitschrift „Oldtimer Markt“ (Heft 11/2008) zum Thema „50 Jahre Aston Martin DB4“ beim Shooting von vier DB4-Varianten am Zürichsee in der Schweiz. Dabei machte ich auch für mich selbst Aufnahmen und konnte weitere, für mein Buch bereits vorgesehene Analogbilder gegen digitales Material austauschen. Das Bessere ist eben doch immer der Feind des Guten.

Mein umfangreiche Fotoreise nach England hatte aber noch einen zweiten, recht unerfreulichen Grund: Aston Martin hatte mit Beginn des Jahres 2008 völlig überraschend jegliche Unterstützung für Autoren eingestellt, was auch die Erlaubnis für die Verwendung von Pressebildern in Büchern beinhaltete. Nach der sehr positiven Erfahrungen mit Aston Martin während der Recherchen für mein erstes Buch, war diese Verweigerung zunächst ein kleiner Schock. Ganz offensichtlich hatten sich die Zeiten und die Einstellung des neuen Management gegenüber Bewahrern der Geschichte Aston Martins geändert. Das Verbot der Verwendung von Pressebildern erschien mir zunächst als unnötige Komplikation meiner Arbeit. Dann aber erkannte ich die Chance, bei den Abbildungen der neueren Fahrzeuge nicht mit den aus den Medien bereits bekanntem Pressebildern zu langweilen, sondern ganz bewußt mit neuen Aufnahmen zu glänzen.

Bei der Überlegung, wie ich die Pressebilder ersetzen könnte, kam mir die Idee eines „Bilder-für-Buch“-Wettbewerbs innerhalb des Aston Martin Owners Club, der auf diesen Vorschlag mit großem Zuspruch reagierte. Auch die Sektionen von Deutschland und der Schweiz unterstützten mich bei diesem Vorhaben tatkräftig. Bis Ende Mai 2008 gab ich allen Aston-Besitzer und –Fotografen aus aller Welt die Gelegenheit, Aufnahmen für das Buch beizusteuern. Das Echo auf diese Ausschreibung überraschte sogar mich: Aus zahlreichen Ländern rund um den Globus traf Bildmaterial ein, unter dem ich Anfang Juni 2008 die dem Buchtyp entsprechend passenden Motive auswählte. Bei dieser Gelegenheit war ich wieder einmal dankbar für die Erfindung des Internet und der Email. Vor über 10 Jahren stand mir diese Kommunikationsform bei den Recherchen zu meinem ersten Buch noch nicht zur Verfügung. Damals lief noch alles über das Telefon oder die Briefpost – beides zeit- und kostenintensiv. Per Email konnte ich durch die ergänzenden Recherchen aufgekommene Fragen und Widersprüche schnell und effektiv überprüfen. Da im “Typenkompass Aston Martin & Lagonda” die technischen Daten in Tabellenform einen wesentlichen Teil einnehmen, konnte ich auf diesem Weg auch mit Modell-Spezialisten zeitnah Fakten verifizieren und/oder auch korrigieren.

Am 19. Juni 2008 war die letzte Korrektur eingefügt, die letzte Fotografie ausgewählt und die Texte samt der (komplett farbigen!) Bilder für meinen Lektor auf eine DVD gebrannt. Und fast hätte ich es geschafft: Nur ein einziges Bild (siehe oben - mit Dank an den Aston Martin Heritage Trust) taucht in beiden Büchern auf, weil es den Wagen mit dem berühmten Kennzeichen BMT216A in “Dubonnet Red” nur kurze Zeit gab, bis er Silber lackiert 1964 zum James-Bond-Dienstwagen mit kreativer Sonderausstattung in „Goldfinger“ wurde.

Man möge mir verzeihen ;-)

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